Eine schöne Zeit in Israel

Skiurlaub in Israel am Mount Hermon

Warum nicht einmal ganz woanders durch prächtigen Schnee wedeln? Die Möglichkeit im eher trocken-heißen Israel, im gleißenden Sonnenschein Ski zu laufen, ist nicht so skurril, wie sie im ersten Moment erscheint.
Drei Autostunden von Tel Aviv entfernt, ganz im Norden bei den Golanhöhen, liegt zwischen 1.600 Meter bis 2.040 Meter Israels einziges, erstaunlich modern ausgestattetes Skigebiet innerhalb der teils naturgeschützten Urlaubsdestination Mount Hermon (hebräisch Har Chermon).
Der Mount Hermon gehört zu einer Berggruppe mit drei gleich hohen Gipfeln, deren südliche Hänge im israelisch besetzten Teil liegen. Der Hermon zählt zum strategischen Frühwarnsystem Israels und wird auch als “die Augen der Nation” betitelt. Innerhalb der Pufferzone zu Syrien, etwas unterhalb des 2.814 Meter hohen Gipfels liegt die Militärbasis “Hermon Hotel”, was die Präsenz von Soldaten erklärt. Der Gipfel selbst (arabisch Jabal ash-Shaykh) gehört zu Syrien. Kilometerlang verläuft der Bergzug auch parallel des Libanon.

Der Winter am Mount Hermon

So wunderschön präsentiert sich das israelische Skigebiet des Mount Hermon. Foto: Amit Moscovich

Im Winter, der hier am “Berg des Schnees”, von Dezember bis April Saison hat, verwandelt sich der Bergzug in einen riesigen, weißen Koloss, der sich aus einer ockerbraungrünen Landschaft mit vollbelaubten Eichen- und Pappelwäldern, Pinienhainen und Weinbergen erhebt.
Mit ca. 5.000 Hektar ist das Ski-Terrain eher klein und die Abfahrten nicht besonders lang, aber sehr vielseitig, sodass für Anfänger wie Fortgeschrittene und auch Experten (schwarze Abfahrt) auf ca. 20 Pistenkilometern alle Schwierigkeitsgrade vorhanden sind. 13 Pisten werden von zehn Liften und einer Seilbahn bedient. Die Skischule bietet auch von der F.I.S. (Internationaler Ski Verband) anerkannte Kurse (olympisches Niveau) an. Alles für die Ski-, Snowboard- und Rodel-Ausrüstung ist im Ski-Verleih und in Shops vor Ort erhältlich. Ein Highlight ist die rasante Fahrt (45 km/h) im Zweipersonenschlitten über ein 950 Meter langes Schienensystem durch die winterliche Mount Hermonlandschaft.

Die Israelis lieben ihr einziges Skigebiet am “schneebedeckten Berg” über die Maßen. Im Schnitt werden um die 300.000 Besucher im Winter registriert. Selbst unter der Woche tummeln sich täglich Tausende Skifahrer, Snowboarder, Rodler und Schaulustige auf den hervorragend präparierten Pisten und an den schneebedeckten Hängen oder stärken sich in den unterschiedlichen Restaurationen.

“Lassot Ski” (Skimachen) heißt die Devise

Und das tun sie hier voller Elan, die Mehrheit scheinbar völlig ohne Regel-Kenntnisse. Für “Alpen-Skifoarer” sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig. Die Nur-Schneegucker, Schneeball-Werfer und Schneefiguren-Bauer werden von einem eigenen Lift etwas abseits des Skirummels transportiert. Viele schauen gern den Aktiven zu, die mehr oder weniger gekonnt die Abfahrten meistern.

Manche bleiben nur einen Tag und genießen eventuell schon am Abend einen Sundowner an den Stränden von Tel Aviv. Andere mieten sich in dem 13 Kilometer entfernten Ort Neve Ativ, einem “moshav” in den Golan Höhen, ein Hotelzimmer, eine Ferienwohnung oder checken in einem der “Bed and Breakfast”-Häuser ein. Für ein wenig Ski-Romantik sorgen einige Fachwerkhäuser und eine angestrebte alpine Bauweise. Die derzeit 38 ortsansässigen Familien der Dorfkooperative leben fast ausschließlich vom Tourismus und dem Ski Resort.

Nur zwei Kilometer entfernt liegt inmitten riesiger Obstplantagen ein beliebtes Ausflugsziel, das Drusendorf Majdal Shams. Viele der ca. 9.000 Drusen, eine islamische Glaubensgemeinschaft, bieten den Reisenden, die auf der Anfahrt zum Skigebiet oder der Abfahrt ihren Ort passieren, an Straßenständen riesige Fladen, selbst gemachten Honig, köstliche Obstmarmeladen und andere Lebensmittel an. Dieses und einige andere Drusendörfer in der Gegend sind bekannt für eine vorzügliche traditionelle Küche. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Schneebegeisterte gern bei ihnen einkehren.